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Forschungswochenende September

Vom 19.-21. September fanden sich (teils höchst spontan) ein paar Leute für ein kleines aber feines Forschungswochenende am Krippenstein zusammen. Die konkreten Ziele wurden tatsächlich erst jeweils am (sehr) späten Vorabend ausgewählt. 🙂

So erledigten wir am Freitag erst noch einige notwendige Arbeiten rund um die Hütte (u.a. Befreiung der Regenrinnen von den unzähligen Lärchennadeln). Am Samstag ging es dann mit der Seilbahn auf den Krippenstein, und von dort zuerst zum Drahtseilschacht (1547/197). Der Schnee darin ist gegenüber unserer letzten Tour vom Oktober 2015 (uff – auch schon wieder 11 Jahre her!) weiter stark zurück gegangen. Leider sogar etwas zu weit – das mitbrachte Seil reichte tatsächlich nicht mehr bis zum tiefsten Punkt. Hier gibt es also bei der nächsten Tour garantiert „Neuland“ zu vermessen.

Das nächste Ziel war der Ende Juli bei einer Wanderung entdeckte „Gamsrudelschacht“ ganz in der Nähe. Nach etwa fünf Metern schräger Rampe öffnet sich ein über zwei Meter breiter und etwa 20m tiefer Schacht senkrecht nach unten. Der Schacht weist einige Versinterungen auf, was in dieser Gegend eher selten ist. Am Boden finden sich zudem Bohnerze. Der Schachtgrund selbst ist mit grobem Geröll nahezu ebenflächig angefüllt. In einer Ecke war aber zwischen einigen größeren Brocken (darunter ein 100-Kilo-Brocken aus reinem Quarz oder Sinter) eine kleine Öffnung zu erkennen. Nach halbstündiger Räumarbeit war ein schlufbarer Durchgang freigelegt, der 3 Meter weiter in die nächste Kammer führt. Auch hier versperrt etwas Geröll den weiteren Weg. Aus Zeitgründen wurde dieser aber nicht auch noch freigelegt, das ist dann Gegenstand der nächsten Tour (inklusive Vermessung).

Der weitere Weg führte uns nach einem kleinen Latschen-Intermezzo zur Sperrschinken-Nebenhöhle (1547/136). Hier bestätigte sich nach einem Abgleich des Höhlenplans mit der tatsächlichen Höhle, dass die vorhandene Vermessung unvollständig ist und ein ganzer Zweig fehlt. Ein „Team Horizontalhöhle“ darf das bei Gelegenheit ebenfalls im Detail aufnehmen.

Mit den buchstäblich letzten Sonnenstrahlen trafen wir nach rund 10 Stunden kurz vor 20 Uhr wieder auf der Schönbergalm ein. Einen Topf Nudeln und eine kurze Nacht später spurteten wir noch vor den ersten Schauhöhlenbesuchern über die Eishöhle zur Mittleren Schönbergalm (Rekord: 50 Minuten vom Hütteneingang bis zur Quelle der Mittleralm!). Wir wollten den „Abreisetag“ noch nutzen und uns in der Nähe etwas umschauen. Ein von der Schönbergalm aus sichtbares Portal konnte dabei aufgenommen und vollständig vermessen werden (zwar nur 14m, aber optisch ganz nett). Zu einer anderen Spalte konnte ein Zustieg gefunden und eingebaut werden, auch hier war das Seil aber zu kurz (wir werden künftig vielleicht längere Seile mitnehmen 😉 ). Zudem wurde noch eine kleine Höhle entdeckt („Mittleralmhöhle“), da müsste aber auch erst etwas Geröll bewegt werden.

Somit hoffen wir für die nächste Forschungsaktion auf gutes Wetter, um einige der nun vorbereiteten Projekte möglichst erfolgreich weiter dokumentieren (und ggf. abschließen) zu können.

Teilnehmer: Uschi Trotter, Dirk Wimmer, Klaus Keppler

Silvester 2024

„The same procedure as every year“… – naja, fast. Auch dieses Jahr fand sich ein großer Teil der FUNDler auf der Hütte ein, um mit Schnee, Piste und Höhle einen schönen Jahreswechsel zu verbringen. Abwechselnd bewegten wir uns entweder bei strahlendem Sonnenschein auf zwei Brettern rutschend den Hang hinunter, oder einige hundert Meter tiefer im Berg im Dreck rutschend voran.

Windstollenlabyrinth und Theseusschacht

In einem alten Befahrungsbericht hatte Klaus mal einen Hinweis auf eine unerforschte (mögliche) Fortsetzung im Theseusschacht entdeckt, und auch im Plan ist da ein Fragezeichen eingezeichnet. Mit diesem Hintergrund fanden zwei Touren in die Mammuthöhle statt: einmal eine ausführliche Untersuchung der bislang meist nur „schnell“ befahrenen Strecke durch den Windstollen, und einmal eine Befahrung des Theseusschachts.

Das Windstollenlabyrinth ist eine der wichtigsten Verbindungen zum südlichen Teil der Mammuthöhle. Meistens rennt man der Gruppe da hinterher, ohne mal nach links oder rechts zu schauen. Der Plan dieses Abschnitts ist bewundernswert detailliert, was man aber nur verstehen kann, wenn man da mal ruhig durchgegangen ist (man springt praktisch zwischen drei Etagen des Teilplans hin und her!). Hier haben wir uns den „Luxus“ gegönnt, mal in alle Seitenzweige hineinzuschauen und das mit dem Plan abzugleichen. Fazit: da hat sich – auch nach dem Eis-Rückgang im angrenzenden Feenpalast – nichts Neues ergeben. Eine bereits im Plan eingezeichnete Engstelle mit Fragezeichen bleibt weiterhin zu eng. Es wurde spekuliert, ob man mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser im Zerstäuber die Gangbreite bereits im Lauf weniger tausend Jahre erweitern könne? 😉

Der Theseusschacht mit einer Tiefe von insgesamt etwa 80 Metern war bis in die 70er Jahre die Hauptroute – bis zur Entdeckung der „Umgehung“ über die Spaltenhalle. Bei einer Umstiegstelle auf etwa halber Strecke zweigt eine steile Rampe ab, welche wir in einer weiteren Tour noch mal genauer untersuchen möchten – hier ist aber eine Querung und freies Klettern mit Dynamikseil erforderlich.

Eiswindloch

Bis zu unserer kleinen Feierabendspritztour im Juli 2024 war das Eiswindloch (1547/30) noch eine kleine, unbedeutende und unschuldige Kleinhöhle.
Geplant war eine kurze Tour, um die letzten wenigen fehlenden Meter zu vermessen um den Plan zu ergänzen. Allerdings dauerte schon der „Zustieg“ länger, da wir uns im 80cm hohen Schnee den kurzen Hang hochwühlten. Die gute Entscheidung das Schachtzeug erst am Schacht anzuziehen, führte zu einer kurzen Staubildung. Klaus begann dann sofort mit der Vermessung des 15m-Schachtes. Durch die schon im Juli entdeckte Verlängerung wächst die Tiefe um weitere 8 Meter. [Anmerkung Klaus: der Profi steigt hier souverän mit einem von Kameraden bereitgestellten 23-Meter-Seil ein, weil 15+8=23. Die restlichen fünf Meter klettert man einfach frei ab…]
Derweil konnte Carsten die dieses Mal trockene 3m-Stufe im Kammerl erklettern und weitere 2m höher ein Seil über eine Sanduhr werfen. Man gelangt dort in den Deckencanyon, der wieder in Richtung Schacht führt. Dort geht es in einem recht bequemen Canyon mit Kiesboden 15 Meter weiter. D.h. mit einem geschätzten Längenzuwachs von 30m ist diese Kleinhöhle nun Geschichte.
Im oberen Canyon konnte auf halber Strecke durch Zufall und sehr genaues Hinsehen etwas seltsames im Bodengeröll gefunden werden: Ein altes Klapptaschenmesser! War schon jemand da oder wurde es von woanders eingespült? Am derzeitigen Ende gab’s dann noch zwei rußgeschwärzte Buchenstaben „MP“ an der Wand. Das Eiswindloch verliert seine Unschuld…! Auch das in Ruß gekratzte Datum „19 VIII 52“ ergibt für uns derzeit noch keinen Sinn.
Hängender Verbruch über einem Bodenschluf im Canyon markiert derzeit das Ende. Dies muss man sich erstmal in Ruhe ansehen. Abendessen- und Alarmzeit beendeten erst mal die Tour für diesen Tag. Wir sind uns aber jetzt schon sicher, dass noch weitere Touren folgen werden.

Langes Herbst-Forschungswochenende

Nach der Anreise am Samstag Morgen ging es direkt in die Hellbachklamm um alte Vermessungspunkte zu suchen, damit die geglückte Verbindung der Highway to Hell(bachklamm) zu dieser an die neue Vermessung angeschlossen werden kann.

Da die Bedingungen in der Mammuthöhle nicht so gut waren, wurde am zweiten Tag das sonnige Herbstwetter für eine Oberflächensuche westlich des Däumelsees genutzt. Durch die Auswertung von Orthofotos konnten wir schon nach 10min die erste Höhle finden. Die „Geröllhöhle“ hat einen sehr unangenehmen gerölligen Abstieg und einige kürzere Seitengänge. Nachdem eine Engstelle bezwungen werden konnte, erfolgte auch gleich die Komplettvermessung.

Geröllhöhle

Am dritten Tag waren wir zwischen Däumelsee und Starterhäuschen unterwegs. Von dutzenden angeschauten Löchern, konnten 6 Kleinhöhlen fürs Kataster erfasst werden.

Am Ende der Tour gab es noch eine kleine Überraschung: Ein Schacht bei dem versucht wurde ihn zu zudecken. Wir vermuten, dass diese Konstruktion aus der Zeit stammt als man eine Skipiste vom Krippenstein zur Schönbergalm baute wollte. Ob dieses Bauwerk jemals vollendet war, wissen wir nicht. Hinweise zur Geschichte nehmen wir gerne entgegen.
Außderdem wünschen wir allen Schönberg-Variantenfahrer viel Spaß & noch viel mehr Glück!

Am letzten Tag wurde die Hütte klar Schiff für die Wintersaison gemacht und u.a. knappe 500 Meter Seil teils neu erfasst und markiert.

Zusammenschluss von Highway to Hell(bachklamm) mit der Hellbachklamm

Am 4. Oktober 2022 gingen Patrick Zink und Michael Streiner mit dem Plan los, das Projekt „Highway to Hellbachklamm“ abzuschließen.

Vom Ende der letzten Begehung der Hellbachklamm am 24.9.2020 (wo wir die Markierung vom 24.12.1974 gefunden hatten) bis zum vermuteten Ringschluss sollten wenigen Haken und Seil reichen und auf dem Rückweg alles Material wieder ausgebaut werden können.

Nach mehreren Stunden durch die Engstellen des Highway to Hellbachklamm-Canyons waren wir endlich angekommen und blickten gespannt dem Wasser nach hinunter, wo zuletzt aufgrund von mangelndem Seil umgekehrt wurde und wo unten – hoffentlich – ein Steinmännchen stehen müsste welches Michael bei einer vorherigen Erkundungstour der Hellbachklamm am vermuteten Durchstieg hinterlassen hatte.

Fehlanzeige. Aber es sah verdammt ähnlich aus.
Wir bauten ein Seil ein, Patrick erkundete die Umgebung und alle engen Löcher nach unten von denen wir vermuten, dass fast alle zur sogenannten Himmelsstiege gehören müssen.

Unten angekommen war klar, dass das Steinmännchen von starkem Wasserfluss umgefallen sein musste. Wir waren in der Hellbachklamm angekommen!

Wie vermutet und geplant für den Tag.

Wir schlossen zwei Messzüge an unseren Messpunkt im Highway to Hellbachklamm an um einen gut markierten Messpunkt unten in der Hellbachklamm zu hinterlassen.

Glücklich stiegen wir wieder auf und bauten alles Material auf dem Rückweg wieder aus.

Es war eine elende Plackerei mit den 250-300 Metern Seil und 45 Laschen und Schraubgliedern durch alle Engstellen in den Canyons zu kommen.

Die Aufstiege am Seil waren der entspannte Teil dazwischen.

Zerstört und ausgelaugt kamen wir fast 12 Stunden nach verlassen der Hütte um 0:45 Uhr wieder dort an.

Ausflug in die Unterwelt

Ende März war es endlich wieder soweit: das erste Forschungswochenende des Jahres stand an! Zwar nur kurz, aber dafür um so intensiver. Nach der Entdeckung des Highway to Hell(bachklamm) ist das nächste Ziel daher, den gefundenen Raum („24.12.1974“) auch über die Hellbachklamm zu erreichen und somit einen Ringschluss zu vermessen. Dieser Bereich liegt in der sogenannten „Unterwelt“ – zum Zeitpunkt der Erforschung (Mitte der 70er Jahre) einer der tiefsten Bereiche der Mammuthöhle. Die Bezeichnung „Unterwelt“ fasst praktisch die gesamte unterste Ebene des zentralen Höhlenbereichs zusammen. Viele Wege führen dort hin: die abgelegensten über den „Mühlhoferdom“ (da hatten die Erstforscher noch Wegzeiten von über 30 Stunden!), die abenteuerlichsten über die „Schlucht des Grauens“, und der Schnellste wohl über den „H.W.F.-Canyon“ (danke an Lukas Plan für den Tipp!). Da wir Ende letzten Jahres bereits die Variante über den Dunklen Grund und die Schlucht des Grauens (der Ersterforschung folgend) eingebaut hatten, teilten wir uns in zwei Teams zu je drei Personen auf: ein Team nahm diese frisch eingebaute Route (Klaus Keppler, Bernd Mergler, Patrick Zink), das andere Team wollte die „Abkürzung“ über den HWF-Canyon suchen und einbauen (Michael Streiner, Uschi Trotter, Jörg Zimmermann).

So sind wir am Samstag (26.03.) um 10:30 gemeinsam in die Höhle gestartet, haben dann gleich nach dem Einstieg völlig unterschiedliche Wege genommen, sind aber um etwa 13:30 praktisch gleichzeitig (!) am Einstieg zur Hellbachklamm wieder aufeinander getroffen. Gemessen an den Dimensionen der Mammuthöhle und der Vielzahl der Wege war das schonmal ein absoluter Erfolg. Die Route über den Dunklen Grund (östlich der Schlucht des Grauens) führt erst eine Rampe entlang bergab, dann schräg am Seil in einen verzwickten Canyon mit drei weiteren kleinen Seilstrecken (je 3-5 Meter), bis man letztendlich über einen Zwischenboden rund 50 Meter in beeindruckende Hallen abfährt. Diese Strecke ist aber durchaus Stein- und Gatsch-Schlag-gefährdet und bietet bei größeren Gruppen nur schlechte Schutzmöglichkeiten.
Die andere Route (HWF-Canyon) ist da vergleichsweise langweilig: am Ende der „Spaltenhalle“ (bis dahin: Spazierweg) kriecht man am Seil gesichert in einen kleinen Durchschlupf, seilt rund 25m ab, dann eine kurze Rampe, nochmal knapp 15m, noch eine Rampe, nochmal 25 Meter. Insgesamt macht man dort etwa 65 Höhenmeter auf einer horizontalen Distanz von weniger als 50 Metern. Das unbestrittene Highlight ist aber die letzte Seilstrecke, welche in den etwa 50 Meter hohen „Weihnachtsdom“ mündet. Wir sind aus der Mammuthöhle ja bisweilen auch große Dimensionen gewohnt, aber das ist trotzdem beeindruckend!

Nach einer ausgiebigen Suppenpause starteten wir in den kalten und nassen Teil der Tour: auf in die Hellbachklamm. Während die Mammuthöhle bis dahin praktisch völlig trocken ist, geht’s hier einem wunderschönen, wasserführenden Canyon entlang immer leicht abwärts hinab. An der „Oskarkluft“ muss wieder einmal abgeseilt werden – und hier in der Ecke vermuten wir derzeit auch die Verbindung in Richtung Eiscanyon. Zuerst sind wir aber noch weiter bis zum „Teufelsauge“ gegangen – dort bildet der Bachlauf einen kleinen See, den einige der Gruppe akrobatisch überkletterten. Die „eigentliche“ Route der Ersterforscher führt an dieser Stelle übrigens etwa 5 Meter oberhalb des Wassers in einem höheren Canyon-Gang hinweg.

An dieser Stelle teilten wir uns dann neu auf: zwei Leute starteten schonmal in den Rückweg, die anderen erkundeten noch die Oskarkluft. Letztendlich wählten vier Teilnehmer den Rückweg über den HWF-Canyon, während zwei andere (namentlich Michi und Jörg) über die „Schlucht des Grauens“ ausgestiegen sind und dort tatsächlich gleich alle Seile (nass und teils verschmutzt) ausgebaut und rausgetragen haben – Respekt!

Am Sonntag (27.03.) stiegen Bernd, Michael, Patrick und der kurzfristig dazugestoßene Michael Nagl in den Eiscanyon ein, mit der Wunschvorstellung, letztlich über die Hellbachklamm aussteigen zu können. Allerdings wurde dieser Versuch von unnachgiebigen Eismassen jäh unterbunden.

Hier müssen wir offensichtlich zu einem wärmeren Zeitpunkt wieder kommen.

Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden: wir kennen nun auch den Zustieg über den HWF-Canyon, haben eine konkrete Ahnung wo die Verbindung zum Eiscanyon sein könnte, die Seilstrecken über die Schlucht des Grauens sind wieder ausgebaut, und nicht zuletzt war es wieder einmal äußerst spannend die alten Befahrungsberichte zu lesen und deren Spuren zu folgen.

(Fotos: Michael Streiner, Bernd Mergler)

Neuland im Eiscanyon

Während der Neujahrs-Forschungswoche im Januar 2015 warfen einige Mitglieder aus reiner Neugier einen Blick in den Dreiteiligen Abgrund der Mammuthöhle. Dieser ist recht bequem erreichbar (genau das Richtige für kurz nach Neujahr), und im Plan von 1991 („Teilplan Feenpalast“ – W.Hartmann et. al.) fanden sich doch einige einladende Fragezeichen:

Ausschnitt Teilplan Feenpalast (W. Hartmann, 1991)

Nicht zuletzt hofften wir aufgrund des drastischen Rückgang des Eises in den letzten Jahren auf neue Öffnungen zu stoßen. Mangels Seil konnten wir aber gar nicht ganz absteigen, es reichte lediglich für die Erkenntnis, dass es da unten zackig kalt ist. So sollte es ziemlich genau fünf weitere Jahre dauern, bis wir endlich im Januar 2020 einen erneuten Vorstoß unternahmen. Wir teilten uns in zwei Teams auf: Dirk und Klaus bauten dem „großen“ Canyon NW folgend Seile ein und prüften den dort als zu schmal markierten Endpunkt, die restliche Truppe (Michael, Silke und Sofia) zwängte sich durch den wesentlich engeren Canyon im Norden.

Während also Dirk und Klaus etwas ratlos an dem Endpunkt im Nordwesten standen und überlegten, wie man den Durchstieg erweitern könne, erklangen aus dem selbigen plötzlich die Stimmen der anderen drei. 😀 Ironie des Schicksals: dort kamen die ohne Seil nicht mehr weiter, während Dirk und Klaus auf etlichen Metern Seil sitzen geblieben sind.

Tags drauf stiegen Michael, Silke und Sofia erneut in den Eiscanyon ein und vermaßen die erste Strecke. Am 26. Juli 2020 vermaßen Michael und Patrick in einer weiteren Tour den Eiscanyon und mussten schließlich aufgrund erneuten Seilmangels umkehren.

Am 23.09.2020 folgte die nächste Tour. Der direkte Einstieg in den Eiscanyon ist äußerst anspruchsvoll (man zwängt sich leicht in die Knie gebeugt einen gerade körperbreiten Canyon entlang, der 2x um 90° abknickt und lässt sich danach in ein ebenfalls körperbreites Loch nach unten rutschen – so schmal dass ein Arm nach oben gestreckt bleiben muss… nicht jedermanns Sache). Um die Befahrung auch „breiteren Bevölkerungsgruppen“ zu ermöglichen 😉 versuchten Carsten und Klaus die Verbindung über den nordwestlichen Canyon mittels Treibkeilen zu erweitern, während Michael und Daniel dem Eiscanyon weiter folgten, Seile einbauen und vermaßen.

Ob der Durchstieg via NW klappen wird ist derzeit noch unklar, der dortige Canyon mündet in einen knapp noch nicht erreichbaren Raum, von dem aus eventuell eine weitere Spalte zu bezwingen ist bevor man mit dem Bachlauf des nördlichen Canyons zusammentrifft. Die Arbeiten sollen aber fortgesetzt werden.

Michael und Daniel stießen am Ende ihrer Tour auf einen Raum, in dem an einer Wand mit einer Art Wachsfarbe die Markierung „24.12.1974“ angebracht war. Bingo.

Zurück auf der Hütte ergab ein Blick in den Plan, dass diese vermutlich auf die Hellbachklamm gestoßen sind. Weihnachten 1974 fand dort eine von mehreren Expeditionen mit dem Ziel eines „einfacheren“ Zustiegs in die Unterwelt statt (siehe Höhlenkundliche Mitteilungen 6/1975, Seite 15ff – äußerst lesenswert!), auch der „Weihnachtsdom“ verdient seinen Namen offenbar dieser Tour. Der Abschnitt zwischen dem Eiscanyon und der Hellbachklamm wurde somit „Highway to Hell(bachklamm)“ getauft.

Am 26.09.2020 starteten wir also in ein neues Projekt: der Hellbachklamm flußabwärts (von Süden nach Norden) folgen um die zuvor entdeckte Markierung zu finden und so die Verbindung mit dem Eiscanyon bzw. Dreiteiligen Abgrund zu bestätigen. Am Vorabend besorgten wir uns möglichst viele der alten Befahrungsberichte und beschlossen, über das Edelweißlabyrinth und das Labyrinth der Verzweiflung in die Schlucht des Grauens abzusteigen. Klingt doch irgendwie total einladend, oder? 😀

Carsten, Michael und Klaus stiegen gegen 11 Uhr also auf eine „kleine Erkundungstour“ ein. Die alten Meßpunkte der Expedition waren zum Glück teils überdeutlich markiert. Nachdem wir insgesamt 10 Anker eingebaut hatten und rund 100m am Seil abgestiegen waren, stießen wir auch auf den ersten Metallstift der Erstforscher in einer Wand. Respekt. So wird einem auch wieder bewusst, was für einen Luxus so eine Akkubohrmaschine doch darstellt.

Sicherungstechnik im Wandel der Zeit…

Aktuell endet unser Einbau inmitten eines beeindruckenden Canyons mit einer Höhe von geschätzt 50 Metern (davon noch 15-20m bis zum Grund), am Umkehrpunkt öffnet sich der Canyon zu einer breiten Halle mit starkem Wasserrauschen. Vom Einstieg ins Edelweißlabyrinth bis hierhin ist man jetzt nur noch knapp über eine Stunde unterwegs.

Uschi und Daniel sorgten derweil dafür, dass wir es im Winter auf der Hütte warm haben können und schlichteten eine Unmenge Holz um. Umrahmt wurde der letzte Forschungstag dieser Woche durch einen kräftigen Wintereinbruch.

Wintereinbruch

Fortsetzung folgt. 🙂

Projekt „Schneebläser“

Im Zuge der Herbst-Forschungswoche konnten wir uns endlich wieder unserem Projekt „Schneebläser“ widmen!  Am frühen Morgen des 30.09. sind Jörg und Mario mit  Bohrmaschine & Co, gespannt auf den weiteren Verlauf, eingestiegen.  Am Ende des bereits bekannten sogenannten „Dalmatiner Canyon“ (wegen der Vermikulationen) konnten wir mehrere Schachtabstiege einbauen und so weitere ca. 100 Meter Ganglänge erforschen. Nachdem die Zeit beim Höhlenforschen wie im Flug vergeht mussten wir, um einem 2h Abstieg über unwegsames Gelände zu entgehen, den Aufstieg der 350Hm zur Bergstation der Krippensteinbahn in nur 25 Minuten überwinden.

Vom Forschungsfieber gepackt sind wir am 02.10. mit neuem Material und Elan ein weiteres Mal abgestiegen. Über drei weitere Schachtabstiege mit insgesamt ca. 20m erreichten wir einen ca. 80m langen Canyon. Am Ende des Canyons gelangt man durch ein kleines Deckenfenster in ca. 30m Höhe am Rand eines Wasserfalls zurück auf das Vorfluter-Niveau. Angekommen in einer beeindruckenden Halle gelangt man deren Ende, dem Wasserlauf folgend gelangten wir in einen weiteren Canyon der nach ca. 20m an einem weiteren Schachtabstieg mündet und somit auch das aktuelle Forschungsende darstellt. Ein besonderer Reiz geht von den teils bizzaren und außergewöhnlichen Sinterbildungen in dieser Höhle aus.
Während das Einbau-Team weiter in die Tiefe vordrang, konnte das Vermessungsteam Klaus und Dirk die komplette Ebene am bisher erkundeten Schachtgrund vermessen. Zeitmangel und schlussendlich ein abgebrochener PDA-Stift verhinderten die Vermessung der neuen Abseilstellen.
Glücklicherweise fiel unser letzter Herbst Forschungstag auf den „Lichtbratlmontag „  so dass wir einen gelungenen Abschlussabend bei Moni auf der Lodge am Krippenstein genießen konnten.

Hirzkarseelein Höhle entdeckt & vermessen

Am 3.8.2017 entdeckten wir beim Hirzkarseelein eine kleine enge Spalte, die vielversprechend aussah.

Am 4.8.2017 stiegen dann Mario und Michael hinunter, bauten 20m Seil ein und befuhren alle Gänge. Leider endete die Kleinhöhle bald nach zirka 40m Ganglänge.

Sie muss noch vermessen und der Plan erstellt werden.

Michael beim Versuch einen Höhlenplan zu zeichnen

Der Eingang

Langes Forschungswochenende – Projekt „Schneebläser“

Nachdem am Samstag wegen äußerst mieser Sicht die Forschungstour ausfallen musste, konnten wir am Sonntag mit einer der ersten Gondeln zur Angeralm starten. Bei leichtem Graupel erreichten wir unser Projekt „Schneebläser“ und begannen kurz darauf am Endpunkt der zweiten Vermessungstour die weitere Vermessung am Schachteinstieg fortzusetzen. Über mehrere Umsteigen konnte der große mit Geröll gefüllte Schachtgrund in rund 60 Meter Tiefe erreicht werden. Hier wurden größere Bohnerz-Klumpen gefunden.
Eine Voraberkundung ergab, dass es in einem Canyon (mit kleinen Tropfsteinen) weiter gehen könnte.

Bohnerz-Klumpen

Bohnerz-Klumpen

Mario kurz vor einer Umsteige im 60m-Schacht

Mario kurz vor einer Umsteige im 60m-Schacht

Tropfstein im Canyon

Tropfstein im Canyon