Vom 19.-21. September fanden sich (teils höchst spontan) ein paar Leute für ein kleines aber feines Forschungswochenende am Krippenstein zusammen. Die konkreten Ziele wurden tatsächlich erst jeweils am (sehr) späten Vorabend ausgewählt. 🙂
So erledigten wir am Freitag erst noch einige notwendige Arbeiten rund um die Hütte (u.a. Befreiung der Regenrinnen von den unzähligen Lärchennadeln). Am Samstag ging es dann mit der Seilbahn auf den Krippenstein, und von dort zuerst zum Drahtseilschacht (1547/197). Der Schnee darin ist gegenüber unserer letzten Tour vom Oktober 2015 (uff – auch schon wieder 11 Jahre her!) weiter stark zurück gegangen. Leider sogar etwas zu weit – das mitbrachte Seil reichte tatsächlich nicht mehr bis zum tiefsten Punkt. Hier gibt es also bei der nächsten Tour garantiert „Neuland“ zu vermessen.
Das nächste Ziel war der Ende Juli bei einer Wanderung entdeckte „Gamsrudelschacht“ ganz in der Nähe. Nach etwa fünf Metern schräger Rampe öffnet sich ein über zwei Meter breiter und etwa 20m tiefer Schacht senkrecht nach unten. Der Schacht weist einige Versinterungen auf, was in dieser Gegend eher selten ist. Am Boden finden sich zudem Bohnerze. Der Schachtgrund selbst ist mit grobem Geröll nahezu ebenflächig angefüllt. In einer Ecke war aber zwischen einigen größeren Brocken (darunter ein 100-Kilo-Brocken aus reinem Quarz oder Sinter) eine kleine Öffnung zu erkennen. Nach halbstündiger Räumarbeit war ein schlufbarer Durchgang freigelegt, der 3 Meter weiter in die nächste Kammer führt. Auch hier versperrt etwas Geröll den weiteren Weg. Aus Zeitgründen wurde dieser aber nicht auch noch freigelegt, das ist dann Gegenstand der nächsten Tour (inklusive Vermessung).
Der weitere Weg führte uns nach einem kleinen Latschen-Intermezzo zur Sperrschinken-Nebenhöhle (1547/136). Hier bestätigte sich nach einem Abgleich des Höhlenplans mit der tatsächlichen Höhle, dass die vorhandene Vermessung unvollständig ist und ein ganzer Zweig fehlt. Ein „Team Horizontalhöhle“ darf das bei Gelegenheit ebenfalls im Detail aufnehmen.
Mit den buchstäblich letzten Sonnenstrahlen trafen wir nach rund 10 Stunden kurz vor 20 Uhr wieder auf der Schönbergalm ein. Einen Topf Nudeln und eine kurze Nacht später spurteten wir noch vor den ersten Schauhöhlenbesuchern über die Eishöhle zur Mittleren Schönbergalm (Rekord: 50 Minuten vom Hütteneingang bis zur Quelle der Mittleralm!). Wir wollten den „Abreisetag“ noch nutzen und uns in der Nähe etwas umschauen. Ein von der Schönbergalm aus sichtbares Portal konnte dabei aufgenommen und vollständig vermessen werden (zwar nur 14m, aber optisch ganz nett). Zu einer anderen Spalte konnte ein Zustieg gefunden und eingebaut werden, auch hier war das Seil aber zu kurz (wir werden künftig vielleicht längere Seile mitnehmen 😉 ). Zudem wurde noch eine kleine Höhle entdeckt („Mittleralmhöhle“), da müsste aber auch erst etwas Geröll bewegt werden.
Somit hoffen wir für die nächste Forschungsaktion auf gutes Wetter, um einige der nun vorbereiteten Projekte möglichst erfolgreich weiter dokumentieren (und ggf. abschließen) zu können.
Teilnehmer: Uschi Trotter, Dirk Wimmer, Klaus Keppler










