Archiv für den Monat: Juni 2026

Schnee, Puppen, Messpunkte.

Während unserer SRT-Übung Anfang Mai stellten drei FUNDler fest, dass das kommende (verlängerte) Wochenende doch tatsächlich noch komplett unverplant war – ein Umstand, der sich schnell ändern ließ. So reisten Dirk, Patrick und Klaus ziemlich kurzfristig am „Vatertag“ (14.05.2026, Christi Himmelfahrt) zum Dachstein, um einige offene Projekte abzuhaken. Bei Neuschnee fuhren wir unseren mit Flüssignahrung beladenen „Bollerwagen“ zur Hütte und tauschten noch am Nachmittag einen Datenlogger im Eiswindloch (1547/30).

Das Ziel für Freitag war, die Vermessung des Highway to Hell(bachklamm) an die alten Messzüge aus 1975 anzuschließen. Michael und Patrick waren im Oktober 2022 in die sogenannte „Oskarkluft“ durchgestiegen, zudem gibt es über die nahegelegene „Himmelsstiege“ eine weitere Verbindung in die Hellbachklamm. Das Problem bei historischen Anschlüssen: während unsere Messpunkte mit dezenten Nagellack-Punkten markiert sind, findet sich von den alten Vermessungen ziemlich genau nichts. Wir haben daher die relevanten (alten) Messzüge vorab herausgesucht und anhand lokaler Gegebenheiten versucht, diese zu rekonstruieren. Auf diese Art haben wir die Oskarkluft mit einer (vermuteten) Genauigkeit von ca. 30cm anschließen können. Die Verbindung über die Himmelsstiege konnten wir leider noch nicht abschließen: hier muss man etwa 20 Meter (!) eine Kluft senkrecht nach oben klettern; die Sicherung dieser Kletterei hatte recht lange gedauert und das mitgebrachte Seil war knapp zu kurz, so dass wir hier demnächst nochmal vorbeischauen werden.

Am Samstag stand ein Arbeitseinsatz auf dem Programm: in der „Arkadenkluft“ im Schauhöhlen-Teil wurde eine Puppe in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet und durch eine jüngere Nachfolgerin ersetzt. An der Stelle kurz nach dem „Mitternachtsdom“ zeigt die Puppe einen typischen SRT-Aufstieg. Aufgrund der dauerhaften Nässe leiden aber Puppe und Material auf Dauer, daher war ein Austausch aus Sicherheitsgründen erforderlich. Der Zustieg für die Arbeiten erfolgt ganz oben durch die Arkadenkluft – ganz zur Freude der Besuchergruppen, die in 30m Höhe plötzlich einen „echten“ Höfo sehen, während letzterer leise vor sich hin fluchend zentimeterweise vom Gatsch verschluckt wird. So dauerte es aufgrund des unglaublichen Lehms (und somit glitschiger Seile), komplizierter Seiltechnik und Umbau der Puppen etwa vier Stunden, bis die Arbeiten erledigt waren.

Das nächste Ziel war der „Dreiteilige Abgrund“ (somit der obere Einstieg in den Highway to Hellbach(klamm)). Unerwartete Eisbildungen dort ließen uns kurz zweifeln, aber letztendlich gelangten wir in den Eiscanyon und konnten dort mit einer Genauigkeit von <10cm die Messzüge verbinden. Der Ringschluss ist somit fertig, die Daten werden nun aufbereitet und in Kürze weitergeleitet.

Nach einem gemeinsamen Abendessen und sehr unterhaltsamen Abend mit einem guten Freund der Seilbahn schauten wir noch „kurz“ bei der Emmahütte vorbei, wo unsere Wiener Nachbarn eine Gruppe ungarischer Höhlenforscher zu Besuch hatten. Der Abend endete zum Glück noch deutlich vor Sonnenaufgang (gegen 03:00).

Vielen Dank nochmal an die Dachstein Seilbahn AG für die freundliche Unterstützung bei den Arbeiten!