Auch dieses Jahr hat es einen Teil des Vereins über Ostern nach Triest verschlagen. Zusammen mit vielen Chiemgauer Höhlenbären (die das schon seit über 40 Jahren machen) und etlichen Mitgliedern anderer Vereine aus Deutschland, Österreich und Italien verwandelte sich der Zeltplatz in ein Höhlenforscher-Basislager. Tagsüber besuchten wir in verschiedensten und fast nie identischen Gruppen die Höhlen der Region, abends folgte dann der gesellige Teil. Der vereinsübergreifende, offene und herzliche Austausch untereinander ist schon etwas ganz Besonderes!









Mit Leiter geht es heiter weiter.
Ein unbestrittenes Highlight ist die Abisso di Trebiciano. Über 41 Leitern geht es in 20 direkt aufeinander folgenden Schächten nahezu senkrecht 296 Meter nach unten. Dort öffnet sich eine gigantische Halle – die riesigen Sanddünen schlucken fast alle Geräusche, während die Decke und Wände nur zu erahnen sind. Ein regelrechter Wanderweg führt weitere 68 Höhenmeter nach unten zum Fluß Timavo. Über Felsen gelangt man auf die andere Flußseite und kann dort nochmal 42 Höhenmeter aufsteigen.
Der zuständige Verein (SAS Trieste) erfasst viele Messdaten der Höhle (u.a. Bewetterung, CO2, Wasserpegel) und kümmert sich um die unzähligen Einbauten. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Sergio!





Auf Lindners Spuren
Da an einem Tag „Leerlauf“ drohte, haben wir ziemlich kurzfristig einen Besuch der Grotta A.F. Lindner angefragt, welche ein Teil voriges Jahr schon einmal besucht hatte. Die Organisation des Schlüssels war schon so eine unglaublich hilfsbereite und liebenswürdige Sache, dass uns diese lange in Erinnerung bleiben wird (Ostermontag ist in Italien einer der höchsten Feiertage, und bei herrlichstem Wetter am Dorfplatz neben der Kirche fast eine Stunde lang auf Italienisch mit Romina zu plaudern war der perfekte Abschluss – ebenfalls noch einmal Danke, diesmal an den Verein Associazione XXX Ottobre!)



Auf Leitern zu Autobahn
Am nächsten Tag stand ein weiterer Höhepunkt auf der Liste: die Grotta Impossibile. Auch diese Höhle ist unfassbar riesig und weist gleichzeitig unvorstellbar schöne Versinterungen auf. Entdeckt wurde sie „erst“ 2004, als diese beim Bau eines Straßentunnels angeschnitten wurde – den Tunnel sowie eine Notfall-Tür kann man über ein paar Leitern erreichen. Dort kann man andächtig den vorbeifahrenden LKWs lauschen, während man mit Spritzbeton überzogenen Sinter bewundert. 🙂
Der Einstieg in die Haupthalle erfolgt über eine Abseilstrecke. Da der Raum wieder einmal fast nicht auszuleuchten ist, kommen einem die gerade mal 25 Meter Seilstrecke eher doppelt so lang vor.
Vielen Dank an den hier zuständigen Verein Commissione Grotte E.Boegan (CGEB), die uns den Besuch ermöglicht haben!





Fazit
Geburtstagsfeier im Wohnwagen (in mehreren Schichten, am Ende sogar ohne das eigentliche Geburtstagskind) // statistisch hießen alle Österreicher „Harald“ // auch in eine 70m kleine Höhle mit „fränkischem Eingang“ passen unvorstellbare Versinterungen hinein // verschlossene Höhleneingänge kennen wir – nun auch von der Innenseite!


