1547/9 Dachstein-Mammuthöhle
Die Dachstein-Mammuthöhle liegt auf 1320m Sh am westlichen Ende der Unteren Schönbergalm, 800m oberhalb von Obertraun im Salzkammergut. Sie wurde ab 1910 erforscht und hat derzeit eine erforschte und gemessene Gesamtganglänge von 65.869m und eine Höhendifferenz von 1207m.
Damit ist die Dachstein-Mammuthöhle derzeit die drittgrößte Höhle Österreichs (gemessen an der Gesamtganglänge) und liegt weltweit unter den 30 längsten Höhlen. Gemessen an der Höhendifferenz belegt sie Platz 5 in Österreich und liegt weltweit unter den ersten 40. Vergleicht man die enorme Länge der Höhlengänge und gleichzeitig die Höhendifferenz, liegt die Dachstein-Mammuthöhle an Platz 3 der weltweit tiefsten und längsten Höhlen. [Stand Januar 2011]
Die Dachstein-Mammuthöhle besitzt derzeit 20 bekannte natürliche Eingänge und einen künstlichen, den Neuen Osteingang.
| Kataster |
Name |
GGL | Diff | Sh | Lage | |
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1547/009 |
a |
DACHSTEIN-MAMUTHÖHLE Eingang: Alter Osteingang |
65,869 km |
1.207m |
1.324m |
W. Schönbergalm Mittagskogel |
| b | Westeingang | 1.392m | ||||
| c | Neuer Osteingang | 1.368m | ||||
| d | Oedleingang (1547/010) | 1.334m | ||||
| e | Wasserschacht (1547/006a) | 1.259m | ||||
| f | Wasserschacht (1547/006b) | 1.274m | ||||
| g | Däumelkogelschacht (1547/032) | 1.815m | ||||
| h | Mortonhöhleneingang (1547/008) | |||||
| i | Dampfende Schächte (1547/5a) | |||||
| j | Dampfende Schächte (1547/5b) | |||||
| k | Dampfende Schächte (1547/5c) | |||||
| l | Schuppenhöhle | |||||
| m | Oberer Einstieg Däumelkogelschacht | |||||
| n | Oberer Einstieg Däumelkogelschacht | |||||
| o | Saurieshöhle (1547/067) | 1.338m | ||||
| p | Teufelsloch (1547/23 a) | 1.523m | ||||
| q | Teufelsloch (1547/23 b) | 1.565m | ||||
| r | Teufelsloch (1547/23 c) | 1.547m | ||||
| s | Weissbierhöhle (1547/171 a) | 1.820m | ||||
| t | Weissbierhöhle (1547/171 b) | 1.830m | ||||
| u | Unfallschacht | 1.740m |
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Geschichte der Erforschung
Der Alte Osteingang und der Westeingang der Dachstein-Mammuthöhle war den Einheimischen sicher schon lange bekannt, da die umliegenden Almen intensiv landwirtschaftlich genutzt wurde.
Aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Dachstein-Mammuthöhle erforscht und nachweislich begangen. Die erste Forschung fand anlässlich der ersten Höhlenforscherwoche Österreichs 1910 auf der Schönbergalm statt. Als Erstforscher gelten Alexander von Mörk und Hermann Bock.
Bock und Lahner schrieben 1913:
"Sollte die vollständige Erforschung in den folgenden Jahren gelingen, so läge uns hier eine Entfaltung subteraner Phänomäne vor Augen, die einen Vergleich mit den größten Höhlensystemen der Erde aushielten. Wir nannten diese Höhle daher, in Würdigung ihrer für unsere heimischen Verhältnisse jetzt schon ungeheuren Ausdehnung, die "Dachstein Mammuthöhle" ".
Bereits 1913 konnte eine Gesamtganglänge von 4km erforscht werden. Bis 1914 erfolgte die Erforschung der Dachstein-Mammuthöhle über den Westeingang, Angeralm. 1914 wurde die Verbindung zwischen dem Höhlenteil, der vom westlichen Eingang zugänglich war, mit dem des östlichen Einganges (Alter Osteingang, Untere Schönbergalm) verbunden (Dom der Vereinigung). Daraufhin erfolgte die Erforschung über den Alten Osteingang.
Im Jahr 1923 fand eine Großexpedition mit Armee statt, welche auch den Pionierweg erbaute (Verbindungsweg zwischen Altem Osteingang und Westeingang). Mit Hilfe der Armee gelang der Vorstoß bis zum Bockstalagmit im Minotauruslabyrinth.
Ein Meilenstein der Dokumentation der Dachstein-Mammuthöhle ist der Atlas der Mammuthöhle (Gesamtganglänge 35km) von 1980:
[Zusammenstellung aller Atlas Teilblätter (Stand 1985). Digitalisiert und überarbeitet 2003-2011]
Derzeit wird die Mammuthöhle aktiv vom Landesverein für Höhlenkunde Wien und Niederösterreich und dem FUND e.V. weiter erforscht.
Höhlentourismus
Ab 1925 begann der Schauhöhlenbetrieb entlang des Pionierwegs.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde ein neuer Führungsweg angelegt. Hierzu musste in den 50er Jahren des letzten Jahrhundert der Neue Osteingang freigesprengt werden.
Der derzeitige Führungsweg ist ein Rundweg mit 1km Länge und einem Höhenunterschied von 70m.
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