1547/17 Dachstein-Rieseneishöhle

 

Die Dachstein-Rieseneishöhle liegt auf 1420m Sh am östlichen Ende der Unteren Schönbergalm, 900m oberhalb von Obertraun im Salzkammergut. Sie wurde ab 1910 erforscht und hat derzeit eine erforschte und vermessene Gesamtganglänge von 2.700m.

 

In ihrem Innern hält sich ganzjährig Eis (Namensgebung!) mit einem geschätzten Gesamtvolumen von 13.000m³. Durch die Entnahme von Eiskernen und durch Pollenanalysen wurde festgestellt ,dass die ältesten Eisschichten ca. 500 Jahre alt sind. In der Zeit davor (Mittelalterliches Klimaoptimum zwischen 1150-1300 n. Chr.) war die Höhle zumindest vorübergehend eisfrei. Seit einigen Jahren wächst weniger Eis im Winter als im Sommer schmilzt und daher findet gerade erneut ein Eisrückgang statt.

 

Seit 1997 ist die Dachstein-Rieseneishöhle ein Unesco Welterbe und somit unter besonderen Schutz gestellt.

 

Alter Plan der Dachstein-Rieseneishöhle   Neuer Plan der Dachstein-Rieseneishöhle (A. Neumann)   360° Foto vom Parsivaldom - Dachstein Rieseneishöhle   360° Foto vom Tristandom - Dachstein Rieseneishöhle    

 

Daten:

Kataster Nr. Eingang GGL Diff. Sh Lage

1547/017

a

DACHSTEIN-RIESENEISHÖHLE, Eingang: Unterer Eingang

2.700m

90m

1.421

östliche Schönbergalm

  b Eiskeller     1.459  
  c Oberer Eingang (heute Ausgang)        
  d Stummer Light (unbefahrbar)        

 

[ Eisdickenmessung in der Dachstein-Rieseneishöhle ]

 

 

Geschichte der Erforschung

Die Eingänge der Rieseneishöhle waren den Einheimischen sicher schon lange bekannt. Die Schönbergalm wurde intensiv landwirtschaftlich genutzt und die Eingangsportale sind vom Almboden aus nicht zu übersehen.

Aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Höhle erforscht und nachweislich begangen.  Am 17. Juli 1910 überwanden dann die Forscher Hanna Bock, Hermann Bock und Georg Lahner den großen Eisabgrund  und drangen tiefer in die Rieseneishöhle vor. Dieses Datum gilt als die offizielle Entdeckung.

 

 

Höhlentourismus

Die Rieseneishöhle ist eine Schauhöhle, die jedes Jahr tausende Besucher auf die Schönbergalm lockt. Schon zwei Jahre nach ihrer "Entdeckung" 1910 wurden die ersten zahlenden Touristen durch die Höhle geführt. Damals noch ohne angelegte Wege und mit Karbidlampen. Heute werden die Touristen auf gut ausgebauten Wegen durch die schönsten Eisteile geführt. Dafür wurde schon 1928 die Höhle elektrifiziert. Um den Besuchern einen kompletten Rundweg zu ermöglichen, wurde 1952 der "Alte Bachlauf Korsa" aufgegraben und ein neuer künstlicher Eingang entstand. Über diesen werden heute die Besucher in die Höhle geführt und kommen am Ende des Rundwegs am alten Eingang der Rieseneishöhle wieder heraus.